Eine Website sollte möglichst vielen Menschen erlauben, ihre Inhalte zu verstehen und zu benutzen. Dazu gehören Menschen, die vergrößern, eine Tastatur verwenden oder Inhalte vorlesen lassen. Viele Verbesserungen lassen sich bereits bei Text, Layout und Seitenaufbau berücksichtigen. Eine erste eigene Prüfung findet typische Probleme; eine vollständige Bewertung der Barrierefreiheit braucht darüber hinaus einen passenden Prüfumfang und fachliche Einordnung.

Beginne mit einer verständlichen Struktur

Jede Seite braucht einen konkreten Titel und sinnvoll gegliederte Abschnitte. Verwende Überschriften entsprechend ihrer Bedeutung im Dokument. Eine größere Schrift allein ersetzt keine strukturelle Überschrift. Die W3C-Hinweise zum Seitenaufbau erklären, wie erkennbare Bereiche und logisch angeordnete Überschriften Orientierung unterstützen. Das hilft auch Menschen, die einen langen Artikel überfliegen.

Schreibe aus der Sicht der Aufgabe. Ein Absatz sollte eine nachvollziehbare Aussage entwickeln. Erkläre Fachbegriffe beim ersten Gebrauch und formuliere Linktexte so, dass ihr Ziel verständlich wird. „Backupverfahren prüfen“ sagt mehr als „mehr“. Bei umfangreichen Inhalten können ein Inhaltsverzeichnis und klare Zwischenüberschriften die Navigation im Artikel erleichtern.

Prüfe Text und Zustände auf ausreichenden Kontrast

Die WCAG-Kontrastanforderung auf Stufe AA nennt für gewöhnlichen Text grundsätzlich mindestens 4,5:1 zwischen Schrift und Hintergrund, für entsprechend großen Text 3:1. Prüfe die tatsächlich verwendeten Farben mit einem geeigneten Werkzeug. Besonders leicht übersehen werden kleine Bildunterschriften, Platzhaltertexte, Links und Meldungen. Text auf wechselnden Fotos braucht eine verlässliche Gestaltung für alle Ausschnitte.

Erste Prüffragen für deinen Entwurf
Bereich Was du prüfen kannst
Struktur Titel und logisch gegliederte Überschriften
Kontrast Lesbare Texte in den tatsächlichen Zuständen
Tastatur Erreichbare Ziele und sichtbarer Fokus
Vergrößerung Inhalt bleibt lesbar und bedienbar

Informationen dürfen nicht nur von einer Farbe abhängen. Eine Fehlermeldung braucht beispielsweise einen verständlichen Text, statt lediglich einen roten Feldrand zu zeigen. Bei Statusanzeigen helfen zusätzliche Bezeichnungen. Prüfe auch aktivierte und deaktivierte Zustände, wenn dein Auftritt solche Funktionen enthält.

Benutze den Auftritt ohne Maus

Gehe mit der Tabulatortaste durch Navigation, Links und Formulare. Kontrolliere, ob du jederzeit erkennen kannst, welches Element gerade ausgewählt ist. Die Reihenfolge sollte zur sichtbaren Aufgabe passen. Ein geöffnetes Menü oder ein Dialog muss bedienbar bleiben und sich wieder verlassen lassen. Teste außerdem einen vorhandenen Sprunglink zum Hauptinhalt.

Die Anleitung zur Navigation hilft bei verständlichen Wegen. Bei besonderen Interaktionen reicht ein automatischer Bericht nicht aus: Benutze die Funktion selbst und halte die Schritte fest. Wenn ein Element ohne Maus nicht erreichbar ist, gehört die Korrektur vor die Veröffentlichung.

Ergänze zugängliche Medien und Formulare

Informative Bilder brauchen passende Textalternativen; ausführliche Diagramme benötigen eine vollständige Erklärung ihrer Aussage. Den konkreten Umgang beschreibt unser Ratgeber zur Bildvorbereitung. Videos oder Audios können zusätzliche zugängliche Alternativen erfordern. Plane sie zusammen mit der Medienproduktion, statt erst nach dem fertigen Einbau darüber nachzudenken.

Formularfelder brauchen verständliche Bezeichnungen und Hinweise. Prüfe, ob eine Fehlermeldung das betroffene Feld erkennen lässt und erklärt, wie die Eingabe korrigiert wird. Ein Platzhalter, der beim Tippen verschwindet, ist als einzige Feldbeschreibung unpraktisch. Fordere nur Informationen an, die der konkrete Vorgang benötigt.

Wähle für die erste Prüfung bewusst unterschiedliche Seitentypen. Ein kurzer Kontaktbereich, eine bildreiche Projektseite und ein langer Ratgeber zeigen verschiedene Anforderungen. Prüfe außerdem Inhalte, die nach einer Handlung erscheinen, etwa Suchergebnisse oder Fehlerhinweise. Ihre Zugänglichkeit ist im ersten Screenshot oft unsichtbar. Sammle Probleme mit Adresse, Handlung und erwarteter Information. So lässt sich eine Korrektur konkret zuordnen und später an derselben Stelle überprüfen, statt nur einen allgemeinen Wunsch nach besserer Bedienbarkeit festzuhalten.

Dokumentiere Umfang und offene Punkte

  • Welche Seiten und Funktionen wurden geprüft?
  • Mit welchem Browser und welcher Bedienung?
  • Welche Probleme verhindern eine Handlung?
  • Welche Korrekturen wurden anschließend erneut geprüft?

Die W3C „Easy Checks“ bieten einen Einstieg und betonen, dass ihre einfachen Prüfungen keine umfassende Bewertung ersetzen. Bezeichne den eigenen Check deshalb nach seinem tatsächlichen Umfang. Ein positives Werkzeugergebnis rechtfertigt allein keine pauschale Behauptung vollständiger Barrierefreiheit.

Verbinde die Prüfung mit dem mobilen Durchgang und dem Launchcheck. Nach dem Start prüfst du neue Funktionen und Seiten ebenfalls. Zuständigkeit und ein erreichbarer Rückkanal helfen, gemeldete Barrieren gezielt zu bearbeiten.

Quellen und Einordnung

Offizielle Quellen, geprüft am 7. Oktober 2026. Technische Anleitungen und Anbieterangaben sind von redaktionellen Beispielen getrennt.